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Zeit oder Geld – was ist Ihnen wichtiger?

Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Beruf und Alltag im IT-/Engineering-Projektmarkt.

29.04.2014
GULP Redaktion
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Zeit oder Geld – was ist Ihnen wichtiger?

Zeit, die wir in Arbeit investieren, bekommen wir vergütet. Für Zeit, die wir uns selbst gönnen, bekommen wir kein Geld. Im Gegenteil: Freizeit kostet Geld. Erstens deswegen, weil wir beim Restaurant- oder Kinobesuch welches ausgeben. Zweitens wegen der Opportunitätskosten: In unserer Freizeit arbeiten wir nicht, deswegen entgeht uns Verdienst. In der Regel ist es also so: Je mehr Geld wir möchten, desto mehr müssen wir arbeiten und desto weniger Zeit haben wir. Wer mehr Freizeit möchte, büßt das mit Verdienstverlust.

Zwei Drittel der Teilnehmer an unserer Kurzumfrage sind sich aber dennoch sicher: Mehr Zeit ist ihnen wichtiger als mehr Geld. Gut, das war eine sehr allgemeine Frage, das ist klar. Doch sie zeigt eine Tendenz auf, die auch andere Umfragen bestätigen: Geld ist uns nicht mehr so wichtig wie eine ausgewogene Work-Life-Balance, Zeit für sich, Familie und Selbstverwirklichung. Arbeit ist nicht mehr unser Leben.

Die Personalberatung Rochus Mummert hat mehr als 1.000 Arbeitnehmer im Deutschland befragt und Ähnliches herausgefunden: 43 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland können es sich vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten und dafür auf Geld zu verzichten. Ein Drittel der Führungskräfte wäre dazu bereit, auf Geld zu verzichten, wenn sie dafür mehr Freizeit bekämen. Bei vielen Unternehmen stoßen diese Wünsche aber noch auf wenig Gehör, so die Studie.

 

Warum wird uns Zeit immer wichtiger?

Geld können wir ansparen, Zeit aber nicht. Wir wissen jederzeit, wie viel Geld wir noch haben – doch nicht, wie viel Zeit wir noch haben. Überdies gewöhnen wir uns an materielle Dinge. Porsche und Villa verschaffen uns keine anhaltenden Glückszustände – ebenso wenig macht uns ein höherer Lebensstandard auf Dauer glücklich. Zeit für sich selbst oder für die Familie dagegen beschert uns mehrmals aufs Neue Glücksmomente. Von den Erinnerungen an Erlebtes zehren wir noch lange. Zeit ist aber ein knapper Rohstoff in unserer Gesellschaft, in der jeder versucht, in allem noch besser zu werden: noch gebildeter, fitter, reicher oder erfolgreicher.

 

Was bedeutet das für die Arbeitswelt?

IT-/Engineering-Freelancer sind hier im Vorteil, denn sie leben bereits ein flexibles Arbeitsmodell. Doch dass bei einigen Kunden weiteres Optimierungspotenzial besteht, ist auch klar. Immer mehr Beschäftigte, ob Interne oder Externe, wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten und -bedingungen. Sie möchten die Option haben, für eine gewisse Dauer in Teilzeit zu arbeiten. Sie wollen Familie, Selbstverwirklichung und Beruf besser unter einen Hut bringen können – denn sie möchten auf keines davon verzichten.

Klar ist dabei auch: Wer gar kein Geld hat, hat Zeit im Überfluss, kann davon aber nicht profitieren. Er kann sie nicht nutzen – zudem fehlen ihm Anerkennung und die Möglichkeit, einen gewissen Lebensstandard und Status zu erlangen. Die Tendenz hin zu „lieber Zeit als Geld“ zeigt, dass sich der Maßstab für ein gelungenes Leben geändert hat. Nicht wer Villa und Porsche besitzt, „hat es geschafft“. Sondern derjenige, der in Balance ist, der in den Dingen, die er tut, einen Sinn sieht. Der sowohl genug Geld aus seiner Arbeit schöpfen kann, als auch Zeit für Familie und Freunde hat und sich nicht vom allgegenwärtigen Optimierungsdruck unter Stress setzen lässt.

Weitere Infos zum Thema bei GULP: