Personal Branding – personenbezogenes Marketing für Freiberufler

Auf Plakaten, im Radio, im Fernsehen und auf Social Media – Marken, Firmenlogos und Labels sind überall. Im Zeitalter der Digitalisierung sind Markenidentitäten allerdings nicht nur mit Produkten und Dienstleistungen verbunden, sondern auch mit Menschen. Personal Branding heißt das Phänomen aus der Marketingwelt, das die eigene Person zur Marke macht.

Wie Sie sich selbst als Personenmarke präsentieren und warum Sie gerade als Freelancer davon profitieren, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Personal Branding?

Durch eine Personal Brand – oder auf Deutsch: Personenmarke – wird die eigene Person in Szene gesetzt, ähnlich wie ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung beim klassischen Marketing. Doch während Produkte eine Identität bekommen, um einen Wiedererkennungswert zu erlangen und das Konsumbedürfnis einer Zielgruppe zu wecken, steht Personal Branding eng mit der Vermittlung von Kompetenz, Know-how und Haltung einer bestimmten Person in Verbindung.

Eine solche Darstellung der eigenen Person als Marke hat durch Social Media enormen Aufwind bekommen. Allerdings geht es beim Personal Branding nicht nur darum, Selfies zu posten und persönliche Videos zu teilen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die eigenen Werte, Ideen und Botschaften – und zwar online und im echten Leben. Denn die Art und Weise, wie Sie mit Kunden sprechen, wie Sie Ihre Ideen präsentieren und sogar wie Sie sich kleiden, gehören ebenso zu Ihrer Personal Brand wie Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken.

Warum ist Personal Branding als Freelancer besonders wichtig?

Gerade wenn Sie als Freiberufler neue Kunden gewinnen möchten, zählt der erste Eindruck, den Sie bei potenziellen Geschäftspartnern hinterlassen, oft mehr als Zeugnisse und Qualifizierungen. Das soll natürlich nicht heißen, dass Ihre Fähigkeiten, Berufserfahrung und Fachkenntnisse nebensächlich wären – im Gegenteil. Denn auch positive Referenzen von bisherigen Auftraggebern tragen zur Markenbildung bei und sollten auf jeden Fall nach außen kommuniziert werden. Nutzen Sie dafür zum Beispiel Testimonials auf Ihrer Website oder Bewertungen bei Google oder in Kundenportalen. 

Eine Personal Brand zu entwickeln, bedeutet nicht, das Rad neu zu erfinden oder in eine Rolle zu schlüpfen. Es geht darum, sich selbst und das eigene Know-how auf eine Weise zu präsentieren, die Kunden auffällt und in Erinnerung bleibt.

In 4 Schritten zu Ihrer Personal Brand als Freelancer

1. Definition Ihres Alleinstellungsmerkmals (USP) und Ihrer Marke

Selbstreflexion ist der erste Schritt, wenn Sie eine authentische Personenmarke aufbauen wollen. Fragen Sie sich daher zunächst:

  • Was macht mich als Person und als Dienstleister aus?
  • Was unterscheidet mich von anderen Freelancern in meinem Bereich? 

Genau das ist Ihr USP (Unique Selling Point), oder auf Deutsch: Ihr Alleinstellungsmerkmal. Formulieren Sie Ihren USP so präzise wie möglich. Er ist die Grundlage Ihrer Personal Brand.

Haben Sie ein oder mehrere Alleinstellungsmerkmale gefunden, nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Marke sorgfältig zu definieren. Sprechen Sie dabei auch mit Kollegen, Freunden oder Familienmitgliedern. Denn bei der Beurteilung der eigenen Stärken – aber auch bei der kritischen Wahrnehmung von Schwächen – sind objektive Meinungen eine große Unterstützung. 

Finden Sie Ihre Vision (Werte, Glaubenssätze etc.) heraus und definieren Sie, wie Sie jene als Marke in die Tat umsetzen (Mission). Geben Sie sich dabei nicht mit der erstbesten Formulierung zufrieden. Feilen Sie an einer knackigen, einmaligen und überzeugenden Aussage. Schließlich wird Sie die eigene Markenbotschaft lange begleiten und Sie immer wieder an Ihre Vision und Werte erinnern. 

2. Entwicklung einer konsistenten Markenstrategie 

Sobald Sie Ihre Personal Brand für sich selbst definiert haben, entwickeln Sie im nächsten Schritt eine konsistente Markenstrategie. Darunter versteht man die Planung von langfristigen Maßnahmen und Verhaltensweisen, die zum Erreichen der Markenziele beitragen. 

Überlegen Sie, welche Bedürfnisse Ihre Zielgruppe hat und worin deren Motivationen liegen. Sind diese an verlässlichen Informationen, innovativen Dienstleistungen oder kreativen Ideen interessiert? Dementsprechend entscheiden Sie, welche Rolle Sie für Ihr Zielpublikum einnehmen möchten und welchen Mehrwert Sie ihm als persönliche Marke bieten.

3. Umsetzung Ihrer Marke in der Online-Präsenz 

Ihre Kunden informieren sich mithilfe von Online-Kanälen über potenzielle Dienstleister. Zeigen Sie in sozialen Netzwerken Präsenz, indem Sie beispielsweise ein Profil auf LinkedIn aufbauen und dieses aktiv betreiben.

Nutzen Sie Ihren Online-Auftritt aber nicht zur reinen Selbstvermarktung. Zeigen Sie, worin Ihre Kompetenzen und Themenschwerpunkte liegen – zum Beispiel, indem Sie einen Blog zu einem bestimmten Themenbereich betreiben, für den Sie Leidenschaft mitbringen oder in dem Sie Experte sind. 

4. Aktives Networking und Markenpflege 

Tragen Sie Ihre authentische Markenbotschaft nach außen und kommunizieren Sie aktiv Ihre Werte, Ziele und Leistungen. Interagieren Sie mit Ihrer Zielgruppe, indem Sie regelmäßig posten und Inhalte teilen. Vernetzen Sie sich außerdem mit Gleichgesinnten, potenziellen Geschäftspartnern, Kunden und Auftraggebern. Lassen Sie andere an Ihrem Wissen teilhaben und reagieren Sie auch auf etwaige Fragen. Auf diese Weise vermitteln Sie anderen Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen. Möchten Sie Feedback zu Ihrer Markenidentität erhalten, dann empfiehlt es sich, den eigenen Namen zu googeln. Auf diese Weise können Sie Ihre Personenmarke mit den Augen der anderen betrachten.

Vermeiden Sie Overbranding

Overbranding ist das Gegenteil eines authentischen Auftritts bei der Gestaltung der eigenen Marke. Versucht man zu verkrampft, möglichst viele Zielgruppen anzusprechen und Themengebiete abzudecken, verschwimmt die ursprüngliche Markenidentität. Wer die eigene Person ständig und überall promotet, erweckt schnell den Eindruck, die Eigenmarke um jeden Preis verkaufen zu wollen. Dadurch erreichen Sie allerdings genau den gegenteiligen Effekt und erzeugen im schlimmsten Fall Misstrauen bei Geschäftspartnern, Kunden und anderen Personengruppen. Sicherlich sollen Erfolge betont werden und zu viel Bescheidenheit ist fehl am Platz. Doch über das Ziel hinauszuschießen bringt nicht den gewünschten Vorsprung. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf eine Kernbotschaft und ein Thema, für das Sie brennen. Damit wirken Sie einerseits glaubwürdiger und vermeiden es andererseits, Ihre potenzielle Zielgruppe zu überfordern.

Umgang mit negativen Kommentaren und Feedback

Öffentliche Präsenz kann auch Kritiker und Trolle hervorlocken. Natürlich ist niemand vor negativen Kommentaren gefeit. Gehen Sie auf konstruktive Kritiker offen zu und führen Sie einen sachlichen Dialog. Verzichten Sie darauf, sachbezogenes negatives Feedback zu löschen, da ein diplomatischer Umgang damit Ihre Reputation und Souveränität sogar steigern kann.

Wichtig ist jedoch die Abgrenzung: Bei echten Hate-Kommentaren, Beleidigungen oder rechtswidrigen Inhalten sollten Sie konsequent moderieren. Solche Beiträge verletzen die Netiquette und schaden Ihrem professionellen Umfeld. Hier ist das Löschen oder Verbergen zum Schutz Ihrer Marke und Ihrer Community nicht nur erlaubt, sondern ratsam. In allen anderen Fällen gilt: Reagieren Sie kreativ oder ignorieren Sie unsachliche Hitzköpfe, um Ihre Energie auf Ihre positiven Ziele zu konzentrieren.

Erfolgsbeispiele aus der Marken-Praxis

Wahre Meister in Sachen Selbstinszenierung sind Personen des öffentlichen Lebens: Politiker, Schauspieler, Models, Künstler, Musiker und Influencer. Denken Sie etwa an die Aufräumberaterin Marie Kondo. Sie steht dafür, dass Ordnung und Minimalismus Menschen glücklich machen können. Diese Philosophie verkörpert sie durch ihre eigene Lebensweise, ihr mediales Auftreten und ihre Veröffentlichungen in Form von Büchern, Social Media Posts und Fernsehsendungen. Dass sie mit der Marke „Marie Kondo“ Erfolg hat, zeigen mitunter die Verkaufszahlen ihrer Ratgeber, die Aufrufe ihrer Webseite und die Zahl ihrer Follower in verschiedenen sozialen Netzwerken. 

Doch auch Menschen mit „klassischen“ Berufen wie der Zahnarzt um die Ecke oder der Stadtfriseur arbeiten an ihrer eigenen Marke. Grundsätzlich gilt: Wer sich selbst einen guten Ruf erarbeitet, hat seine Personenmarke bereits perfekt etabliert und bleibt im Gespräch. Da sich Freelancer selbst um Networking, Marketing und Akquise kümmern, bietet dies die Chance, signifikante Vorteile zu erzielen und dadurch fortlaufend spannende neue Kunden und Aufträge zu gewinnen.

randstad professional illustration

Schneller ins nächste Projekt

Vielleicht wissen Sie noch nicht, welche Vorteile Sie als Freelancer bei Randstad Professional genießen ...

  • Randstad Professional ist langjährig ein führendes Projektportal sowie Personalagentur.
  • Mit einem Profil bei Randstad Professional präsentieren Sie sich zahlreichen potentiellen Auftraggebern.
  • Sie können auch selbst aus einer Vielzahl von lukrativen Projekten wählen und sich bewerben.
  • Selbst suchen oder sich finden lassen – jetzt kostenfrei registrieren!

kostenfreies Profil anlegen!