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Mixed Teams – Produktive Vielfalt

14.11.2018
Gerd Meyring – Freiberuflicher Autor
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So viel Einigkeit ist selten: Fast 96 Prozent aller großen Unternehmen in Deutschland bilden bei IT-Projekten gemischte Teams aus Freelancern und festangestellten Mitarbeitern. Nur 1,7 Prozent von ihnen verzichten gänzlich darauf, feste und freie Mitarbeiter zusammenarbeiten zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens IDG Research

Freie machen Unternehmen schneller und flexibler

Oft lässt es sich für Unternehmen gar nicht vermeiden, gemischte Teams zu bilden. So können der Studie zufolge drei von vier Firmen nicht auf die Mitarbeit freier IT-Profis verzichten, wenn sie Projekte schnell und flexibel umsetzen wollen. Außerdem bringen Freelancer Fachwissen und Ideen mit, über die ihre Auftraggeber selbst nicht verfügen.

Industrie 4.0 erfordert die Zusammenarbeit von Ingenieuren und IT-Profis

Da Projekte vor allem in der Industrie zunehmend die Expertise von Ingenieuren und IT-Profis erfordern, arbeiten dort immer öfter auch Teams zusammen, denen beide Berufsgruppen angehören. Denn je mehr Maschinenmechanik und IT durch Automatisierung, Digitalisierung und das Industrial Internet of Things miteinander vernetzt werden, desto weniger lassen sich Projekte in der Industrie 4.0 nur mit Ingenieurswissen bewältigen. Vor allem Freelancer, die Aufträge aus dem verarbeitenden Gewerbe übernehmen, werden daher künftig immer öfter in gemischten Teams arbeiten. Laut einer Befragung des IT-Branchenverbandes Bitkom plant jedes fünfte Industrieunternehmen derzeit entsprechende Projekte. Genauso viele Firmen können sich vorstellen, dies demnächst zu tun. Immerhin jedes zweite Unternehmen hat den Weg in die vernetzte Produktionswelt zwar bereits angetreten, ist aber bei weitem noch nicht am Ziel.

Mixed Teams überzeugen auf der ganzen Linie

Doch nicht nur aufgrund der Notwendigkeiten in den Betrieben haben sich gemischte Teams in der Praxis der Projektarbeit durchgesetzt. Mixed Teams arbeiten auch erheblich effizienter und produktiver als Arbeitsgruppen, denen ausschließlich festangestellte Mitarbeiter angehören. Kein einziger von IDG befragter Auftraggeber war mit den Arbeitsergebnissen unzufrieden, die gemischte Teams in seinem Unternehmen bislang entwickelt haben. 

Gemischte Teams stellen das Projektziel in den Mittelpunkt

Das kommt nicht von ungefähr. Der Zusammenhalt gemischter Teams entsteht vor allem dadurch, weil sich ihre Mitglieder vorrangig über das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit und weniger durch ihre Zugehörigkeit zu dem Unternehmen identifizieren, für das sie tätig sind. Dadurch steigt auch die emotionale Bindung im und an das Team. Dessen Mitglieder sehen die Probleme der Gruppe in höherem Maße als ihre eigenen an, als Mitglieder interner Arbeitsgruppen dies tun. Streits und Auseinandersetzungen drehen sich in gemischten Teams daher deutlich häufiger um die zu lösende Aufgabe – nicht um Fragen des Status im Unternehmen oder zwischenmenschliche Konflikte. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Bremen zur Zusammenarbeit von gemischten Teams im Werk von Mercedes-Benz in der Hafenstadt.

Termintreue und Qualität der Problemlösungen steigen in Mixed Teams

Da sich Mitglieder gemischter Teams stärker auf die zu lösende Aufgabe konzentrieren als interne Projektgruppen, erkennen sie Sachprobleme schneller und klarer und entwickeln dafür besser umsetzbare Lösungen. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass die Mitglieder gemischter Teams breiter gestreute Erfahrungen und als Gruppe einen insgesamt höheren Wissensstand haben. All dies macht es ihnen nicht zuletzt einfacher, Zeitpläne einzuhalten. Dieses Fazit zog bereits im Jahr 2007 eine der ersten Studien zu Mixed Teams.

Mixed Teams brauchen die richtigen Rahmenbedingungen

Freelancer im Unternehmen effizient vernetzen

Allerdings brauchen Freelancer in Mixed Teams die Unterstützung ihrer Auftraggeber. Um schnell Zugang zu allen für ihre Arbeit im Projekt erforderlichen Informationen zu bekommen, sollten sie Ansprechpartner im Unternehmen zugeordnet bekommen, die bereit sind, die freien Kollegen einzuarbeiten und zu betreuen. Die festangestellten Kollegen brauchen für dieses Coaching zudem ausreichend Zeit, die nicht durch andere Aufgaben innerhalb ihrer Abteilung belegt ist. Die Vernetzung in den Kommunikationsstrukturen ihrer Kunden halten neun von zehn Freelancern für unverzichtbar, um in gemischten Teams ihr Bestes geben zu können. 

Freiräume für den Wissenstransfer schaffen

Zeit brauchen festangestellte und freie Mitglieder in Mixed Teams auch, um sich jenseits der eigentlichen Projektarbeit austauschen zu können. Denn sonst macht der hochbezahlte Freelancer am Ende des letzten Projekttags die Bürotür hinter sich zu und nimmt sein Expertenwissen wieder mit. Steht für den Wissenstransfer dagegen ausreichend Zeit zur Verfügung, ist es für viele Freelancer selbstverständlich, ihr Wissen an angestellte Kollegen weiterzugeben, so das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Universität der Bundeswehr München. Die IT-Profis wissen, dass Kunden es schätzen, wenn sie festangestellte Kollegen coachen. Damit steigen auch die Chancen, dass Auftraggeber sie für Folgeprojekte buchen. 

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