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Update: Als Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Vor- und Nachteile der freiwilligen Beiträge

13.10.2016
GULP Redaktion
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Sehr geehrter Leser,
dieser Titel kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt. Wir haben jedoch den alten Artikel für Sie auf den neuesten Stand gesetzt. Damit entspricht er vollumfänglich der aktuellen Rechtslage. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihre GULP Redaktion

In einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts und der Postbank stuft jeder vierte Selbstständige in Deutschland seine Altersvorsorge als unzureichend ein. Das trifft wohl nicht auf alle Berufsgruppen gleichermaßen zu, denn bei der letzten GULP Stundensatz-Umfrage, die im März 2013 veröffentlicht wurde, gaben nur 8,4 Prozent der 2.107 Teilnehmer an, dass sie fürs Alter nicht ausreichend vorgesorgt hätten. Die Leser der GULP Knowledge Base beschäftigen sich also mit dem Thema Altersvorsorge. Vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit stehen viele vor der Frage: Lohnt es sich, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen?

 

Die Antwort auf diese Frage ist vor allem abhängig davon,

  • ab wann und wie lange der Selbstständige bereits rentenversichert war (z.B. als pflichtversicherter Angestellter, Arbeitsloser oder während der Ausbildung)
  • wann er geboren ist und
  • ob seine rentenrechtliche Zeit Lücken aufweist.

Wir beleuchten hier die wichtigsten Vor- und Nachteile der freiwilligen Rentenversicherung. Diese sind nicht per se für jeden die gleichen, aber es sind Punkte, an denen Sie nachrecherchieren oder -rechnen sollten, bevor Sie sich für oder gegen die gesetzliche Altersvorsorge entscheiden.

Wer muss, wer kann?

Wer mit dem Gedanken spielt, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, muss zunächst seinen Rentenstatus kennen. Alle Selbstständigen, die nicht dazu verpflichtet sind, können freiwillig Beiträge in die gesetzliche Altersvorsorge einzahlen.

Welche Arten von Selbstständigen rentenversicherungspflichtig sind, sehen Sie in dieser Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (Seite 19). In einigen Berufen sind Selbstständige nämlich per Gesetz rentenversicherungspflichtig, zum Beispiel Handwerker, Künstler, Hebammen oder selbstständige Lehrer.

Rentenversicherungspflicht für arbeitnehmerähnliche Selbstständige

Zusätzlich sind „arbeitnehmerähnliche Selbstständige“ rentenversicherungspflichtig. Hierzu gehören nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI Selbstständige, die

  • im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und
  • auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind, bei Gesellschaftern gelten als Auftraggeber die Auftraggeber der Gesellschaft.

Was „auf Dauer und im Wesentlichen“ bedeutet, ist – Sie ahnen es bereits – interpretierbar. Als Faustformel können Sie davon ausgehen, dass das dann zutrifft, wenn der Selbstständige mindestens fünf Sechstel seiner gesamten Umsätze aus der Tätigkeit für nur einen Auftraggeber bezieht.

Diese Selbstständigen müssen ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung vollständig selbst tragen. Wer Selbständiger mit einem Auftraggeber ist, entscheidet die Deutsche Rentenversicherung Bund (Clearingstelle). Lassen Sie sich im Zweifel von einem Fachmann beraten.

Das letzte Kapitel im Buch der Rentenversicherungspflicht lautet „Scheinselbstständigkeit“: Für Scheinselbstständige werden dieselben Beiträge zur Sozialversicherung fällig wie für Arbeitnehmer: Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und eben Rentenversicherung. Wird eine Scheinselbstständigkeit (ebenfalls von der DRV) festgestellt, müssen der Auftraggeber die Arbeitgeberbeiträge und der Selbstständige die Arbeitnehmerbeiträge grundsätzlich für bis zu vier Jahre zurückzahlen. Eine Checkliste zur Scheinselbstständigkeit finden Sie hier.

Leistungen der gesetzlichen Altersvorsorge

Freelancer, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, stehen vor der Frage: Lohnt es sich, freiwillig Beiträge zu zahlen? Was sind eigentlich die Leistungen, die in der gesetzlichen Altersvorsorge enthalten sind?

  1. Altersrente: Natürlich erhalten gesetzlich Rentenversicherte im Alter monatliche Rentenzahlungen.
  2. Rente bei verminderter Erwerbsfähigkeit: Zur Erwerbsminderungsrente, die Sie bekommen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können, können weitere Hilfsmaßnahmen hinzukommen. Das können Leistungen zur Anpassung Ihres Arbeitsplatzes ebenso sein wie Umschulungen oder Weiterbildungen.
  3. Hinterbliebenen- oder Waisenrente: Leistungen, die im Todesfall des Versicherten an die Angehörigen gezahlt werden.
  4. Rehabilitationsleistungen: Ab 15 Jahren Versicherungszeit haben Sie bei längerer Krankheit Anspruch auf Reha-Leistungen.


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Kosten der freiwilligen Rentenversicherung

Freiwillig Versicherte bestimmen Anzahl und Höhe der Beiträge selbst. Der Mindestbeitrag liegt derzeit bei 84,15 Euro. Der maximale Beitrag basiert auf der Beitragsbemessungsgrenze, die jährlich neu festgelegt wird. Außerdem können Sie wählen, ob Sie jährlich oder monatlich bezahlen möchten. Sie haben bis März 2017 Zeit, um sich zu überlegen, ob Sie für 2016 Beiträge zahlen möchten: Zahlungsfrist ist immer der 31. März des Folgejahres.

Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige

Ob es sich lohnt, weiter in die gesetzliche Altersvorsorge einzuzahlen, hängt vor allem davon ab, welche Ansprüche der Selbstständige bereits erworben hat und welche er noch erwerben wird. Vorweg: Jeder hat seine individuelle Versicherungsgeschichte. Deswegen ist es auch immer eine individuelle Entscheidung, ob es sich lohnt, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Ihre letzte Rentenauskunft sollten Sie also auf jeden Fall zur Hand haben, wenn Sie Ihre Entscheidung treffen.

1. Altersrente

Ein Anspruch auf Altersrente besteht überhaupt erst dann, wenn Sie fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Stehen Sie kurz davor, kann es sich lohnen, die fünf Jahre „voll zu machen“. Dabei erhöht in der Theorie jeder eingezahlte Beitrag natürlich den Rentenanspruch. Auf die Rendite werden wir aber noch mal zu sprechen kommen.

2. Anspruch auf Erwerbsminderungsleistungen

Rentenberater Johann Walter, der in München und Zürich zum Thema Sozialversicherungen berät, hat uns zum Beispiel folgenden Vorteil genannt: Mit Hilfe der freiwilligen Beiträge ist es möglich, sich den Erwerbsminderungsschutz aufrecht zu erhalten.

  • Wer vor 1984 bereits fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat und
  • wessen rentenrechtliche Zeit seitdem keine Lücken aufweist (z.B. Arbeitslosigkeit, Ausbildung, Mutterschutz etc. zählen zur rentenrechtlichen Zeit),
  • dem ist es anzuraten, den Mindestbeitrag weiterhin in die Rentenversicherung einzuzahlen, um sich den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente aufrecht zu erhalten.

„Ohne weitere freiwillige Beiträge würden Ihre damit verbundenen Ansprüche verfallen. Solange Sie allerdings weiter Beiträge einzahlen, bleibt ihr Anspruch auf Erwerbsminderungsleistungen bestehen“, so Walter. Dabei darf keine Lücke entstehen. Der Mindestbeitrag reicht, um sich den Anspruch aufrecht zu erhalten, denn der Vorteil besteht unabhängig von der Beitragshöhe.

Auch wenn die staatlichen Leistungen im Fall einer Berufsunfähigkeit nicht hoch sind: Unternehmer, die wegen einer Vorerkrankung keine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, stehen nach einer Erkrankung oder einem Unfall wenigstens nicht ganz mit leeren Händen da, wenn sie weiter freiwillig Beiträge in die GRV eingezahlt haben.

Wer vor 02.01.1961 geboren ist und bisher ununterbrochen in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat außerdem noch Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente bei Krankheit oder Behinderung. Diese beläuft sich auf 50 Prozent der vollen Erwerbsminderungsrente und wird zusätzlich zu dieser gezahlt. Auch das sollten Sie prüfen.

3. Wartezeit für vorzeitige Altersrente: 35 oder 45 Jahre

Außerdem sollten Sie laut Johann Walter checken: Wie viele Beitragsjahre fehlen Ihnen noch, bis Sie die Wartezeit für vorzeitige Altersrente erreicht haben?

Eine Grenze sind 35 Jahre: Wenn Sie zum Beispiel 1955 geboren sind und 35 Versicherungsjahre voll haben, können Sie bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Wer feststellt, dass ihm dazu nur noch ein oder zwei Jahre fehlen, sollte freiwillig den Mindestbeitrag weiterzahlen. Zu den 35 Jahren werden alle Versicherungszeiten gezählt (also unter anderem auch Ausbildung, Arbeitslosigkeit oder eben freiwillige Beiträge).

Weitere Vorteile gibt es für Versicherte mit 45 Beitragsjahren: Sie können abhängig vom Geburtsjahr ohne Abschlag mit 63 in Rente gehen. Hierzu zählen Pflichtbeiträge, Kinderberücksichtigungszeiten, Arbeitslosigkeitszeiten, Krankheitszeiten und grundsätzlich auch freiwillige Beiträge. Freiwillige Beiträge werden nur mitgerechnet, wenn mindestens 18 Jahre an Pflichtbeitragszeiten vorhanden sind und diese nicht 2 Jahre vor dem Rentenbeginn bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit liegen. Hierzu sollte man sich frühzeitig beraten lassen.

4. Anspruch auf Rehabilitationsleistungen

Besonders für privat Krankenversicherte wichtig, so Berater Walter: Ab 15 Beitragsjahren in der GRV stehen Ihnen Rehabilitationsleistungen und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu. Das heißt, Sie können zum Beispiel auf Kosten der Rentenversicherung auf Kur gehen. Wenn Sie diese 15 Jahre noch nicht erreicht haben, ist es ebenfalls in der Regel sinnvoll, freiwillig den Mindestbeitrag weiter zu zahlen. Diesen Vorteil nannte uns neben Walter auch der Dresdner Rentenberater Christian Lindner, der sich unter anderem auf Selbstständige spezialisiert hat.

5. Vom Kapitalmarkt unabhängig

In Lindners Augen ist die GRV außerdem eine „vom Kapitalmarkt unabhängige, sichere und zuverlässig planbare Altersvorsorge“. Außerdem sei die hohe steuerliche Absetzbarkeit als Beitragsleistung zur Basissicherung (analog Rürup) zu sehen.

Ein IT-/Engineering-Freelancer im GULP Forum meinte dazu: „Generell ist die Rendite in diesen Tagen auch nicht schlecht. Bedenken sollte man auch, dass in der Vergangenheit die Rentenzahlung jede Währungsreform etc. überstanden hat. Bei z.B. Lebensversicherungen wäre ich mir da nicht so sicher“. Vergleichen lohnt sich.

Nachteile der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige

Natürlich sind auch die Nachteile individuell unterschiedlich. Wir zeigen wieder Punkte auf, wo es sich lohnt genauer hinzusehen. Es kann nämlich auch sein, dass Sie mit freiwilligen Zahlungen unterm Strich weniger rausbekommen als ohne.

1. Krankenversicherung: Achtung bei der Familienversicherung

Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie die Krankenversicherung aus den Augen lassen. Dieser Nachteil betrifft meist Frauen, so Rentenberater Johann Walter: Bei 415 Euro pro Monat liegt 2016 die Grenze für die Familienversicherung (2015: 405 Euro). Liegen Sie mit Ihren Einkünften darunter, sind Sie kostenfrei familienversichert. Liegen Sie auch nur einen Cent darüber, müssen Sie sich selbst krankenversichern – hierbei kommen in etwa Kosten von 160 bis 180 Euro im Monat auf Sie zu. Walter: „Wenn Sie mit Ihrer Altersrente ohnehin schon den 415 Euro nahe kommen, sollten Sie nicht weiter freiwillig Beiträge einzahlen, um nicht am Ende weniger Geld zur Verfügung zu haben.“

2. Einkommensteuer auf Altersrente: Progressive Steuersätze beachten

Ein weiterer Tipp von Johann Walter: Die Einkommensteuer ist ein anderer Faktor, der die Rente mindern kann. Durch Einzahlen von Beiträgen erhöht sich die Rente, die Sie später bekommen. Diese Rentenzahlungen unterliegen ab einem gewissen Grundfreibetrag der Einkommensteuer. Welcher Anteil Ihrer Rente wie hoch besteuert wird, lesen Sie auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung.

Auf jeden Fall gelten für Rentner die gleichen – progressiven – Sätze wie für Arbeitnehmer, das heißt: Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Erhöht sich Ihre Rente so „ungünstig“, dass für Sie dann ein anderer Steuersatz gilt, kann es sein, dass Sie zwar viel mehr eingezahlt haben, am Ende aber sehr wenig davon rausbekommen – und dass stattdessen der Staat sich freut.

3. Erwerbsminderungsschutz nur für wenige

Sie haben es sich beim Lesen des obigen Abschnitts bestimmt gedacht: Die Voraussetzungen für den Erwerbsminderungsschutz sind sehr restriktiv. Noch strenger sind die Bedingungen für den Anspruch auf Berufsunfähigkeitszahlungen. „Weist Ihre rentenrechtliche Zeit auch nur einen Monat Lücke auf oder sind Sie zu spät geboren, können Sie sich den Anspruch nicht sichern“, zeigt Rentenberater Christian Lindner auf.

Desweiteren muss die Höhe der Erwerbsminderungsrente bei Krankheit oder Behinderung beachtet werden. Wer täglich nicht mehr als drei Stunden arbeiten kann, erhält die volle Leistung, die derzeit bei etwa 34 Prozent des Bruttoeinkommens liegt. Im Gegensatz zu vielen privaten BU-Policen ist hier die Verweisung auf andere Berufstätigkeiten nicht ausgeschlossen. Solange Kranke noch andere Tätigkeiten ausüben können, haben sie also keinen Anspruch auf die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist deswegen und wegen der in der Regel höheren Leistungen ein Muss.

4. Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung relativ niedrig

Was die Rendite betrifft, scheiden sich die Geister. Wohl auch deswegen, weil es immer darauf ankommt, womit man die Rendite der gesetzlichen Altersvorsorge vergleicht. Laut Berater Lindner liegt die Rendite bei etwa 1,5 bis 1,75 Prozent. „Beim derzeitigen Zinsniveau ist das allerdings gar nicht so schlecht“, meint Lindner.

Jedoch werden die Leistungen, die Sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten können, von Jahr zu Jahr sinken. „Um einen Euro an Rentenleistung aus der GRV zu erhalten, müssen aktuell rund 235 Euro an Beiträgen gezahlt werden. Die Rentenleistungen aus einer privaten Basisrente (Rürup-Rente) sind hingegen bei gleichem Beitrag wesentlich höher“, heißt es auf dem Portal Wissen-basisrente.de. In einem Beitrag auf Cecu.de wird vorgerechnet „Bei Zahlung des Mindestbeitrags erhöht sich die monatliche Rente aktuell um knapp 4,50 Euro (…). Der Höchstbeitrag führt zu einer Rentenerhöhung von durchschnittlich 62 Euro im Monat“.

Zu erwarten, dass Sie mit freiwilligen Beiträgen eine erhebliche Erhöhung der Regelaltersrente erreichen, ist in den meisten Fällen unrealistisch. Auf eine (zusätzliche) private Vorsorge wie eine private Rentenversicherung oder die Rürup- oder Basisrente sollten Sie also auf keinen Fall verzichten.

Dreh- und Angelpunkt der Entscheidung für oder gegen die GRV sollten deswegen die bereits erworbenen oder potentiellen Ansprüche sein. Diese sollten Sie genau prüfen, denn eine nachträgliche Erstattung von Beiträgen ist nicht möglich.

Rentenversicherungspflicht für Selbstständige – wie geht es damit weiter?

Kurzzeitig sah es bereits so aus, als würde sich die Frage der freiwilligen Beiträge gar nicht mehr stellen. Von Frühling 2012 bis Sommer 2013 wurde über Pläne der derzeitigen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen diskutiert, die eine Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen einführen wollte. Viele Freelancer protestierten. Im Juni 2013 war dann klar: Der Gesetzesentwurf ist vorerst vom Tisch – mit der Option auf Wiedervorlage nach einem Regierungswechsel. Im aktuellen schwarz-roten Koalitionsvertrag ist keine Aussage zur Pflichtrente für Selbstständige zu finden, wie der Verband der Gründer und Selbstständigen e.V. (VGSD) berichtet. „Allerdings haben sich vor der Wahl sowohl die SPD als auch die Union für eine Rentenversicherungs- bzw. Altersvorsorgepflicht ausgesprochen“, so der VGSD. Es bleibt also vorerst bei einem großen „Vielleicht“.

 

 

Unser Gastautor Johann L. Walter kann auf 40 Jahre Berufserfahrung zurückgreifen. Er vertritt in seinen Kanzleien in München und Zürich Mandanten bei allen Fragen im nationalen und internationalen Sozialversicherungsrecht und übernimmt auch die Vertretung vor Behörden und Gerichten. Außerdem berät er in seinem Fachgebiet Dax-Unternehmen beim Personalumbau, gibt Vorträge und schreibt Artikel für diverse Magazine und Zeitungen.

Lesermeinungen zum Artikel

4,2 von 5 Sternen | Insgesamt 5 Bewertungen und 1 Kommentar

  • Neue GroKo und mögliche GRV-Pflicht

    Daniel K. am 26.02.2018 um 14.01 Uhr

    Guter Artikel, danke für die übersichtliche Darstellung. Mit der neuen (wahrscheinlichen) GroKo könnte das Thema Rentenversicherungspflicht für Selbstständige ja jetzt bald wieder aktuell werden. Grundsätzlich schätzt man ja als Selbstständiger gerade die flexiblen Lösungen in der Altersvorsorge. Die Rürup-Rente ist da das beste Beispiel (mittlerweile gibt es ja sogar ziemliche attraktive Rürup ETFs / Indexfonds, siehe https://xn--rrup-renten-vergleich-8hc.de/ruerup-rente-etf ). Die GRVs können da bei den Renditen aber eben v.a. bei der Flexibilität nicht mithalten. Mal sehen wie sich das alles entwickeln wird für Selbstständige unter der GroKo 3.0...

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