Digitalkompetenz – Diese Mitarbeiter brauchen Sie für IT-Projekte

Gute Mitarbeiter sind wie ein Sechser im Lotto. In Zeiten der Digitalisierung müssen sich viele Mittelständler allerdings mit drei Richtigen zufrieden geben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus dem Februar 2020. Jeder dritte befragte Mittelständler beklagt darin, dass es seiner Belegschaft an Digitalkompetenzen mangelt.

Gute Mitarbeiter sind wie ein Sechser im Lotto. In Zeiten der Digitalisierung müssen sich viele Mittelständler allerdings mit drei Richtigen zufrieden geben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus dem Februar 2020. Jeder dritte befragte Mittelständler beklagt darin, dass es seiner Belegschaft an Digitalkompetenzen mangelt. Dabei hängt der Erfolg von acht von zehn Unternehmen genau von diesen Skills ab – vor allem in wissensintensiven Branchen wie Architekturbüros und Steuerkanzleien oder im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe wie dem Maschinenbau und der Pharmaindustrie. Hier bewertet jeder zweite Befragte die Digitalkompetenzen seiner Belegschaft als nicht ausreichend. 

Jeder Mitarbeiter muss offen sein für digitale Arbeitsmittel

Unabhängig von seiner eigentlichen Aufgabe braucht heute jeder Mitarbeiter ein grundlegendes Verständnis dafür, wie sich Probleme bei der Optimierung von Prozessen oder der Entwicklung neuer Produkte mit digitalen Systemen wie Apps, Common Data Environments, Plattformen oder Konferenzsystemen lösen lassen. Dazu muss er wissen, welche digitalen Arbeitsmittel überhaupt zur Verfügung stehen, und offen dafür sein, Schwierigkeiten mit diesen Tools zu bewältigen. Außerdem müssen Mitarbeiter Informationsquellen im Internet souverän für ihre Arbeit nutzen können. 

Agile Methoden erfordern agile Mindsets

Das allein reicht aber nicht. Da neun von zehn Unternehmen Produkte laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom inzwischen mit agilen Methoden wie Design Thinking, Kanban vor allem aber Scrum entwickeln, brauchen Mitarbeiter neben ihrer Fachkompetenz auch ausgeprägte soziale und kommunikative Fähigkeiten. Denn agile Projekt- und Entwicklungsteams organisieren sich selbst. Entscheidungen treffen sie als Kollektiv. Es gibt keinen Manager, der sie führt. Um ihre Arbeit planen und sich über Fortschritte und Schwierigkeiten austauschen zu können, müssen Teammitglieder in allen Projektrollen viel kommunizieren. Um gemeinsam zum Ziel zu gelangen, müssen sie außerdem ihr Wissen teilen und Fehler eines Kollegen nicht als willkommene Gelegenheit für gepflegtes Blaming ansehen, sondern als gemeinsame Erfahrung, mit deren Hilfe sich das Produkt verbessern lässt. 

Teamfähigkeit ist bei IT-Projekten die wichtigste soziale Kompetenz

Drei von vier Geschäftsführern internationaler Konzerne, die der IT-Dienstleister Infosys 2019 für seinen aktuellen „Talent Radar“ befragte, halten Teamfähigkeit daher für den wichtigsten Soft Skill ihrer Mitarbeiter. Für weitere 68 Prozent der Befragten sind hervorragend ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten sowie die Bereitschaft, Wissen zu teilen, digitale Schlüsselkompetenzen. Zwei von drei Teilnehmenden der Studie sagen das gleiche über die Fähigkeit, kritisch zu denken.

Mitarbeiter brauchen Entscheidungsstärke und Organisationstalent

Zu dem gleichen Ergebnis kommt eine Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Acht von zehn der daran mitwirkenden Personalverantwortlichen halten auch die Fähigkeit, ihre Arbeit selbständig zu planen und zu organisieren, für eine zentrale Kompetenz im digitalen Zeitalter. Ebenso wichtig sei die Fähigkeit, widersprüchliche und mehrdeutige Situationen analysieren und die richtigen Entscheidungen treffen zu können. In agil arbeitenden Teams müssen Mitarbeiter allerdings auch bereit sein, diese zur Not zu revidieren und aus Fehlern zu lernen. 

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Einzelne Projektrollen erfordern besondere Skills

Bei Mitarbeitern, die bei einem IT-Projekt bestimmte Rollen innehaben, müssen einzelne dieser Kompetenzen besonders stark ausgeprägt sein. So gibt es im Scrum die Rollen des Product Owners, des Scrum Masters sowie das Development Team. Die Product Owner vermitteln zwischen Kunden, anderen betroffenen Unternehmensbereichen und der Geschäftsleitung sowie den Developern und dem restlichen Team. Zu den Aufgaben gehören zudem die Dokumentation von Anforderungen an das zu entwickelnde Produkt sowie deren Kommunikation an das Entwicklerteam. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, brauchen Product Owner viel Organisationstalent. Sie müssen sehr gute Kommunikatoren sein, die viel Beratungskompetenz und Verhandlungsgeschick sowie Verständnis für den Markt mitbringen, in dem Auftraggeber sowie das eigene Unternehmen tätig sind.

Scrum Master müssen überzeugen und begeistern können

Scrum Master managen den Arbeitsprozess des Teams. Außerdem räumen sie technische und organisatorische Probleme aus dem Weg und schützen das Team vor überzogenen Erwartungen der anderen Stakeholder. Dabei haben sie  keinerlei Weisungsbefugnisse. Es gilt daher, die anderen Beteiligten vom Lösungsansatz überzeugen und sie dafür begeistern können. Ohne ausgeprägte kommunikative Skills und die Fähigkeit, sich selbst, wo nötig zurückzunehmen, geht das kaum. Scrum Master müssen auch in der Lage sein, einfühlsam zwischen den einzelnen Stakeholdern zu vermitteln und jederzeit den Überblick über die Arbeit im Projekt behalten. 

Einzelne Mitglieder des Entwicklungsteams brauchen in ihrer Rolle auch überdurchschnittliche Kommunikationskompetenzen – etwa die User-Experience-Designer. Schließlich müssen sie bei ihrer Arbeit das Feedback der späteren Anwender des Produkts einholen, Umfragen dazu entwickeln und durchführen und Crowdtests organisieren. 

Ohne harte IT-Kenntnisse geht es nicht

Um ihre Rolle im Team ausfüllen zu können, brauchen alle Entwickler natürlich auch erstklassige IT-Skills. Für zwei von drei der von Infosys befragten Vorstandsmitglieder werden dabei vor allem Kompetenzen im Bereich der Datenanalyse und User Experience künftig wichtiger. Sechs von zehn Befragten halten Kenntnisse in der Automatisierung von Prozessen, der IT-Architektur und Künstlichen Intelligenz für besonders wichtig. 

Entwickler brauchen mehr Gespür für das Geschäft

Genauso unverzichtbar wie ihr IT-Know-how werden für Softwareentwickler in den Teams künftig jedoch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und das Verständnis für den Markt, auf dem ihr Unternehmen tätig ist. Das sehen sechs von zehn der von der DGFP befragten Personalentscheider so. Schließlich arbeiten viele IT-Profis und Ingenieure in Projektteams schon heute mit Kollegen aus Abteilungen wie dem Controlling, Marketing, Vertrieb, Einkauf oder der Produktion zusammen. Deren Anforderungen an digitale Produkte sowie ihre fachliche Denkweise müssen sie verstehen. Daher sollten IT-Experten ebenso wie Kollegen aus anderen Abteilungen kundenorientiert denken und ihr Produkt durch die Brille der Endverbraucher sehen können, stellt das Marktforschungsunternehmen Forrester in einer Studie fest. 

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Auch Einkäufer und Controller brauchen grundlegende IT-Kenntnisse

Im Gegenzug müssen die Kollegen aus den IT-fernen Abteilungen Entwicklern, IT-Architekten und Usability-Experten erklären können, welches Problem sie bei ihren Prozessen oder der Entwicklung ihrer Produkte digital lösen wollen. Wie die von der DGFP befragten Personal-Profis feststellen, müssen sie außerdem erkennen können, welche Daten ein Unternehmen in der Interaktion mit seinen Kunden und Lieferanten generiert und wie sich diese mit Apps, auf Plattformen oder in digitalen Formen des Marketing nutzen lassen, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. 

Mit dem richtigen Team knacken Sie den Jackpot

Wer daher bei Digitalisierungsprojekten die Rolle der Teammitglieder mit IT-Profis besetzen kann, die sowohl Code schreiben und Architekturen entwerfen als auch Umsatzchancen erkennen können und zudem kommunikationsstark sind, hat die Nase im Digitalisierungs-Lotto schon weit vorne. Kommen dann noch Mitarbeiter aus den übrigen Unternehmensbereichen in die Teams, die digitale Tools verstehen und erkennen, welches Geschäftspotenzial sie bieten, spielt mit seiner Mannschaft nicht nur sechs Richtige ein, sondern knackt den Jackpot.