a Randstad company
Login

Update: Selbstständiger in der IT: Ein Job mit vielen Namen

Welche Rechtsformen kommen für Selbstständige in der IT in Frage? Welchen Namen dürfen sie geben?

10.03.2016
GULP Redaktion
Artikel teilen:

Sehr geehrter Leser,
dieser Titel kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt. Wir haben jedoch den alten Artikel für Sie auf den neuesten Stand gesetzt. Damit entspricht er vollumfänglich der aktuellen Rechtslage. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihre GULP Redaktion

Michael Mustermann IT-Systeme? IT-Systeme Michael Mustermann und Partner? Ein Selbstständiger in der IT kann unter vielen Namen tätig werden. Einzelunternehmer, Ein-Mann-GmbH, Partnerschaftsgesellschaft, GbR: Dabei hat er in Deutschland verschiedene Rechtsformen zur Auswahl. Eine Entscheidung für eine dieser Unternehmensformen hat nicht nur weitreichende steuerliche und rechtliche Konsequenzen, sondern beeinflusst maßgeblich die Unternehmensbezeichnung, die er sich geben darf. Nachdem wir bereits auf den Unterschied zwischen einem Unternehmer, einem Freiberufler und einem Selbstständigen eingegangen sind, beschäftigen wir uns diesmal mit den gebräuchlichsten Rechtsformen.

Grundsätzlich stehen einem Selbstständigen alle Rechtsformen zur Verfügung, die es für Unternehmen gibt – wenn er die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Er kann entweder als Einzelunternehmer oder im Rahmen von Personen- (z. B. GbR, PartnerG) und Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG) tätig werden. Welche die lohnenswerteste Form ist, steht auf einem anderen Papier. Die Zahl der Gesellschafter (Einer oder mehrere? Natürliche oder juristische Personen?) spielt dabei ebenso eine Rolle wie haftungs- und steuerrechtliche Aspekte. Nicht zuletzt ist mit in die Entscheidung einzubeziehen, wie viel Fremdkapital ins Unternehmen fließen soll. Ob ein Freiberufler durch die Änderung der Rechtsform ein Freiberufler bleibt oder ob er zum Gewerbetreibenden wird, hängt vor allem davon ab, ob für die jeweilige Form ein Handelsregistereintrag zwingend vorgesehen ist (und er dadurch zum Kaufmann wird) und ob seine Mitgesellschafter, falls vorhanden, freiberuflich oder gewerblich tätig sind - darüber hinaus aber auch von Art und Umfang seiner Tätigkeit.

Nicht ins Handelsregister eingetragene Rechtsformen

Nicht ins Handelsregister eingetragene Rechtsformen wie Freiberufler und Kleingewerbetreibende müssen im Geschäftsverkehr immer mit ihrem Vor- und Zunamen auftreten, denn es ist nirgends registriert, welcher Inhaber hinter einem Fantasie-Unternehmensnamen steckt. Vor- und Zuname müssen also in die Unternehmensbezeichnung. Zusätzlich dürfen Branchen-, Etablissement- oder Geschäftsbezeichnungen genutzt werden, z. B. XY IT-Systeme, PHOENIKS IT. Diese sind aber nicht Bestandteil des offiziellen Unternehmensnamens. Sie sind nur dann zulässig, wenn sie nicht wie eine im Handelsregister eingetragene Firma wirken.

Einzelunternehmen

Gesetzlich geregelt: Für Gewerbetreibende (Kaufleute) im HGB . Für die für Freiberufler relevanten Paragrafen (z. B. Wann ist ein Selbstständiger ein Freiberufler?)
Handelsregistereintrag: Bei Freiberuflern nein, bei Kaufleuten, die im Sinne des HGB ein Handelsgewerbe betreiben, ja. Ein Einzelunternehmer, der sich ins Handelsregister eintragen lässt, wird zum eingetragenen Kaufmann (e. K.). Bei Aufnahme einer Tätigkeit als Einzelunternehmer muss der Gewerbetreibende sich beim Gewerbeaufsichtsamt melden, das dann das Finanzamt und die Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert. Der Freiberufler muss nur das Finanzamt über die Aufnahme der Tätigkeit informieren.
Geschäftsführung: Der Inhaber. Er erhält die Gewinne. Mit seinem Einsatz, seiner Ausdauer und seinen Fähigkeiten steht und fällt das Unternehmen. Auf ihm lastet die gesamte Verantwortung; er darf aber alle unternehmerischen Entscheidungen selbst und unabhängig treffen.
Firmenname: Fantasiename zulässig, wenn Vor- und Nachname des Inhabers enthalten sind.
Beispiele: Michael Mustermann, PHOENIKS IT Michael Mustermann, Michael Mustermann IT-Systeme.
Gründung: Relativ einfach, da keine Formalitäten ("einfach loslegen"). Es wird kein Notar benötigt.
Haftung: Der Inhaber haftet unbeschränkt mit seinem gesamten privaten und geschäftlichen Vermögen.
Kapital: Kein Mindestkapital. Das Vermögen des Inhabers bestimmt die Kapitalkraft des Unternehmens.

Mehrere Einzelunternehmer, die gemeinsam ein Büro anmieten, bilden eine Bürogemeinschaft, um Räume und Arbeitsmittel gemeinsam zu nutzen. Eine Bürogemeinschaft ist keine offizielle Rechtsform mit Außenwirkung. Die Selbstständigen bleiben dabei Einzelunternehmer, arbeiten auf eigene Rechnung und sind für ihr Unternehmen verantwortlich. Eine Bürogemeinschaft sollte darauf achten, nach außen nicht wie eine GbR zu wirken. Einerseits ergäben sich daraus haftungsrechtliche Konsequenzen (jeder würde für Fehler in der Berufsausübung haften, die ein anderer Gesellschafter begeht), andererseits laufen Freiberufler, die sich zusammen mit Gewerbetreibenden in einer vom Finanzamt als GbR eingestuften Bürogemeinschaft befinden, Gefahr selbst als Gewerbetreibende eingestuft zu werden. Um dieses Risiko zu mindern, sollte die Bürogemeinschaft keinen gemeinsamen Firmennamen oder Briefkopf verwenden. Jeder Einzelunternehmer sollte seine Rechnungen getrennt stellen und über sein eigenes Konto verfügen.

 

Fazit: Das Einzelunternehmerdasein ist etwas für IT-Selbstständige, die unkompliziert und alleine loslegen möchten. Überlegt und unternehmerisch vorgehen sollten sie dennoch auf jeden Fall, denn schließlich haften sie mit ihrem gesamten Vermögen. Ein Einzelunternehmer kann mit wenig Kapital beginnen, muss seine Gewinne nicht teilen, kann den größtmöglichen Gestaltungsspielraum für sich alleine beanspruchen und sich schnell auf sich verändernde Marktbedingungen anpassen.

BGB-Gesellschaft / Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Gesetzlich geregelt: In den Paragrafen 705 bis 740 BGB.
Handelsregistereintrag: Nicht erforderlich.
Geschäftsführung: Alle Gesellschafter. Nach § 722 BGB werden Gewinne und Verluste entweder zu gleichen Teilen oder je nach Vereinbarung geteilt.
Firmenname: Muss die Namen aller Gesellschafter und die Bezeichnung GbR enthalten. Zusätzlich dürfen auch Branchenbezeichnungen, Buchstabenkombinationen sowie Fantasiebegriffe verwendet werden. Der Zusatz "& Partner" ist der Partnerschaftsgesellschaft vorbehalten.
Beispiele: Michael Mustermann und Manuela Mottofrau GbR, PHOENIKS IT Michael Mustermann & Manuela Mottofrau GbR, Michael Mustermann und Manuela Mottofrau IT-Systeme.
Gründung: Es wird kein Notar benötigt und ein Gesellschaftsvertrag ist nicht Pflicht. Eine GbR liegt ohne Absprachen automatisch vor, wenn sich mehrere Einzelunternehmer zusammenschließen, um gemeinsam ein Geschäft zu betreiben. Eine schriftliche vertragliche Grundlage für die Zusammenarbeit ist nicht nötig, kann die Auswirkungen von eventuellen Auseinandersetzungen aber begrenzen. Ohne Gesellschaftsvertrag bestimmen sich die Regeln des Zusammenarbeitens nach dem BGB, zum Beispiel kann durch einen Gesellschaftsvertrag die Geschäftsführung einem oder mehreren Gesellschaftern übertragen werden. Wird das nicht gemacht, steht die Geschäftsführung laut § 709 BGB allen Gesellschaftern gemeinschaftlich zu. Eine GbR von Freiberuflern muss nur beim Finanzamt gemeldet werden. Sie erhält eine eigene Steuernummer und muss eine Umsatzsteuererklärung abgeben.
Haftung: Jeder Mitgesellschafter haftet voll mit seinem gesamten privaten und geschäftlichen Vermögen für Verbindlichkeiten – und zwar nicht nur für die eigenen Fehler in der Berufsausübung, sondern auch für die aller anderen Gesellschafter.
Kapital: Kein Mindestkapital. Eine GbR kann bei Kreditinstituten ein höheres Ansehen genießen als der Einzelunternehmer.

Wenn das Finanzamt einen der Gesellschafter als Gewerbetreibenden einstuft, ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr hoch, dass die ganze GbR und die Einkünfte aller ihrer Gesellschafter als gewerblich eingeordnet werden. Ebenso, wenn innerhalb der Gesellschaft gewerbliche Tätigkeiten ausgeübt werden – und seien die Einnahmen daraus noch so gering. Die Konsequenz: Es muss auf alle Einnahmen der Gesellschaft Gewerbesteuer bezahlt werden. Ein Ausweg kann die Auslagerung der gewerblichen Tätigkeiten in eine zweite GbR sein, die von den gleichen Personen gegründet werden darf, nach außen hin (Briefkopf, Firmenname, Bankkonto etc.) aber als eigenständige GbR auftritt. Ein Steuerberater kann die steuerrechtliche Situation der GbR beurteilen und Lösungswege aufzeigen.

Fazit: Eine GbR ist etwas für Freiberufler, die Synergieeffekte nutzen wollen und sich sicher sind, dass ihre Gesellschafter ebenso freiberuflich tätig sind. Sie sollten den Mitgesellschaftern vertrauen können, schließlich haftet jeder auch für die Fehler des anderen, und das mit dem gesamten privaten Vermögen. Eine nicht genau geregelte Zusammenarbeit ohne schriftliche vertragliche Grundlage kann deswegen schnell existenzgefährdend werden. Durch einen Gesellschaftsvertrag kann dabei nur die Haftung im Innenverhältnis, also zum anderen Gesellschafter ausgeschlossen werden. Von Verpflichtungen im Außenverhältnis gegenüber Dritten, die die Gesellschaft in Anspruch nehmen, kann ein Gesellschafter nicht vollständig befreit werden. Er kann sich lediglich einen Anspruch auf Freistellung sichern. Ist aber der andere Gesellschafter vermögenslos, geht die Freistellung ins Leere. Die Gründung einer GbRist einfacher als zum Beispiel bei einer PartnerG, GmbH oder UG (haftungsbeschränkt), Freiberufler werden nicht automatisch zum Kaufmann, es ist kein Mindestkapital nötig.

Partnerschaftsgesellschaft (PartnerG)

Gesetzlich geregelt: Im PartGG .
Handelsregistereintrag: Nicht erforderlich.
Geschäftsführung: Alle Gesellschafter. Wichtig: Jeder Gesellschafter muss Freiberufler sein und nur Freiberufler können Gesellschafter werden.
Firmenname: Nach § 2 PartGG muss der Name der Partnerschaft den Namen mindestens eines Partners, den Zusatz "und Partner" oder "Partnerschaft" sowie die Berufsbezeichnungen aller in der Partnerschaft vertretenen Berufe enthalten.
Beispiele: Mustermann und Mottofrau und Partner, Diplom-Informatiker; Michael Mustermann & Partner, Informatiker.
Gründung: Eine PartnerG muss ins Partnerschaftsregister eingetragen werden. Die Eintragung muss in notariell beglaubigter Form beim zuständigen Registergericht eingereicht werden. Hierfür ist ein notariell beglaubigter, schriftlicher Gesellschaftsvertrag notwendig. Durch diesen Eintrag wird auch der Name der Partnergesellschaft geschützt.
Haftung: Alle Gesellschafter haften uneingeschränkt mit ihrem gesamten geschäftlichen und privaten Vermögen. Aber – das ist der Vorteil gegenüber einer GbR – die Haftung ist bei beruflichen Fehlern beschränkt auf diejenigen Partner, die einen Auftrag bearbeitet und dabei den Fehler begangen haben.
Kapital: Kein Mindestkapital.

Fazit: Eine PartnerG ist eine Unternehmensform ausschließlich für Freiberufler. Die Gründung läuft etwas "offizieller" ab als bei der GbR, die formalen Anforderungen (Gesellschaftsvertrag, Registereintrag) sind höher. Dafür kann der Registereintrag einen seriöseren oder vertrauenserweckenden Eindruck machen. Die Gesellschafter haften regelmäßig nur für eigene Fehler in der Berufsausübung. Dies stellt gegenüber der GbR einen großen Vorteil dar. Außerdem ist der Unternehmensname durch den Eintrag ins Partnerschaftsregister geschützt. Die Partnergesellschaft ist sozusagen die "größte" Unternehmensform, die IT-Freiberufler wählen können, ohne ihren Freiberuflerstatus zu verlieren.

Ins Handelsregister eingetragene Rechtsformen

Ins Handelsregister eingetragene Rechtsformen unterliegen dem Handelsrecht (HGB). Solche Unternehmen können ihre Firma als Sach-, Fantasie-, Namensfirma oder als Mischform bilden, z. B. Gesellschaft für EDV-Beratung, Merlina, ABC, ABC Mustermann usw. Die Nennung von Inhabernamen ist nicht erforderlich, jedoch gehört zur Firma zwingend immer der Rechtsformzusatz (GmbH, OHG etc.) – sozusagen als Hinweis darauf, dass im Handelsregister nachgelesen werden kann, wer hinter der Firma steckt. Geschäftskorrespondenz enthält mindestens die Firma mit Rechtsformzusatz, den Unternehmenssitz, die Handelsregisternummer sowie das Registergericht.

Einzelkaufleute

Einzelkaufleute sind Einzelunternehmer mit Eintrag in das Handelsregister, also gewerbetreibende Einzelunternehmer. Sie führen die Bezeichnung "eingetragener Kaufmann", "eingetragene Kauffrau" oder "e.K.", "e.Kfm.", "e.Kfr." ( § 19 HGB).
Beispiele: ABC Mustermann e. K., Intelligenter Informatiker e. Kfm., FROLO e. Kfr., Michael Mustermann e. K.
Alle weiteren Punkte entsprechen den unter der Überschrift "Einzelunternehmer" aufgeführten.

Bitte beachten Sie: Eingetragene (Einzel-)Kaufleute (e. K.) sind seit 2009 bis zu bestimmten Umsatz- und Gewinngrenzen trotz Handelsregister-Eintrag nicht mehr automatisch zum Aufstellen von Inventar und Bilanz sowie zur doppelten kaufmännischen Buchführung verpflichtet (Umsatz: 500.000 Euro, Gewinn: 50.000 Euro).

OHG (Offene Handelsgesellschaft)

Gesetzlich geregelt: In den §§ 105 bis 160 HGB.
Handelsregistereintrag: Zwingend vorgeschrieben. Anmeldepflichtig sind sämtliche Gesellschafter.
Geschäftsführung: Einer, mehrere oder alle Gesellschafter je nach Gesellschaftsvertrag.
Firmenname: Die Firma muss um den Rechtsformzusatz OHG oder oHG ergänzt werden ( § 19 HGB).
Beispiele: PHOENIKS OHG, XYZ oHG, Michael Mustermann OHG, Mustermann & Mottofrau oHG.
Gründung: Mit einigen Formalitäten verbunden, da Kaufmannseigenschaft erforderlich. Im Gegensatz zur GbR betreibt die OHG ein Handelsgewerbe. Ihre Gesellschafter sind Kaufleute im Sinne des HGB. Wächst die gewerbliche (nicht die freiberufliche!) GbR, so dass ein kaufmännisch eingerichteter Gewerbebetrieb notwendig wird, wird sie automatisch zur OHG.
Haftung: Alle Gesellschafter haften uneingeschränkt mit ihrem gesamten geschäftlichen und privaten Vermögen. Wer mit seinem Unternehmen die Größenordnung für einen Pflichteintrag in das Handelsregister erreicht hat, für den kommen oft auch die Rechtsformen der GmbH oder der AG in Betracht. Bei diesen beiden ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt.
Kapital: Kein Mindestkapital. Eine OHG kann bei Kreditinstituten ein höheres Ansehen genießen als der Einzelunternehmer.

Fazit: Eine OHG ist im Unterschied zur GbR darauf ausgerichtet, ein vollkaufmännisches Handelsgewerbe zu betreiben. Jeder Gesellschafter hat ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeiten. Auch hier sollten Selbstständige ihre Mitgesellschafter gut kennen, denn alle haften mit ihrem persönlichen Vermögen. Dafür ist die OHG mit weniger Formalitäten zu gründen als eine GmbH, AG oder KG. Für Freiberufler, die Freiberufler bleiben möchten, kommt jedoch eher eine GbR oder PartnerG in Frage.

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Gesetzlich geregelt: Im GmbHG .
Eintrag ins Handelsregister: Zwingend erforderlich. Anmeldepflichtig sind sämtliche Geschäftsführer einschließlich der stellvertretenden.
Geschäftsführung: Vertraglich bestellter Geschäftsführer, der kein GmbH-Gesellschafter sein muss. Sein Gehalt ist steuermindernd als Betriebsausgabe absetzbar.
Firmenname: Die Firma muss um den Rechtsformzusatz GmbH ergänzt werden ( § 4 GmbHG).
Beispiele: Mustermann Gesellschaft für EDV-Beratung mbH, ABC Gesellschaft für EDV-Beratung mbH, Michael Mustermann GmbH.
Gründung: Aufwändigere Gründungsformalitäten: Gründungseinlage aufbringen, notarielle Beglaubigung des Gesellschaftsvertrags, Neueintragung im Elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen, Gründungsberatung durch Steuerberater, Vertragsgestaltung durch Rechtsanwalt, etc. Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, eine eigene juristische Person und somit als solche gewerblich tätiger Kaufmann.
Haftung: Die Haftung der Gesellschafter ist auf das vorhandene Gesellschaftsvermögen (auch Sacheinlagen) beschränkt.
Kapital: Mindestkapital 25.000 Euro. Sacheinlagen können zum Stammkapital dazugerechnet werden.

Freiberufler, die eine GmbH gründen, haften nicht mehr mit ihrem Privatvermögen. Allerdings werden sie zur Erstellung einer Bilanz und zur kaufmännischen Buchführung verpflichtet und es fällt Gewerbesteuer an (vgl. § 2 GewStG). Für die Gründung einer GmbH reicht eine Person, so dass es für Einzelunternehmer, die ihr Haftungsrisiko begrenzen wollen, attraktiv sein kann, eine Ein-Personen-GmbH zu gründen. Damit ist das übrige Privatvermögen des Gesellschafters den Gläubigern entzogen. Schulden und Vermögen gehören der GmbH als juristische Person.

Fazit: Eine GmbH ist etwas für Selbstständige, die 25.000 Euro aufbringen können (bzw. 12.500 Euro als Mindesteinlage erbringen und über den verbleibenden Teil eine Sicherheit bestellen). Eine Ein-Personen-GmbH ist vom Wesen her eine Einzelunternehmung, nur dass eben das Privatvermögen den Gläubigern entzogen ist. Ein großer Vorteil – dafür wird der Selbstständige zum gewerblich tätigen Kaufmann, muss sich ins Handelsregister eintragen lassen und kaufmännisch, also doppelt Buch führen. "Einfach loslegen" funktioniert spätestens hier nicht mehr. Bei Entscheidungen muss unter Umständen die Gesellschafterversammlung mit einbezogen werden, Änderungen müssen ins Handelsregister eingetragen werden – was mit Kosten verbunden ist. Wer die Mindesteinlage nicht sofort am Anfang aufbringen kann, für den ist vielleicht die UG (haftungsbeschränkt) eine Option.

UG (haftungsbeschränkt) (haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft)

Gesetzlich geregelt: In § 5a GmbHG . Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Variante der GmbH. Umgangssprachlich wird sie auch Mini-GmbH genannt.
Handelsregistereintrag: Zwingend erforderlich. Anmeldepflichtig sind sämtliche Geschäftsführer einschließlich der stellvertretenden.
Geschäftsführung: Vertraglich bestellter Geschäftsführer, der kein UG-Gesellschafter sein muss.
Firmenname: Die Firma muss um den Rechtsformzusatz UG (haftungsbeschränkt) ergänzt werden ( § 5a GmbHG).
Beispiele: Mustermann EDV-Beratung UG (haftungsbeschränkt), ABC EDV-Beratung UG (haftungsbeschränkt), Michael Mustermann UG (haftungsbeschränkt).
Gründung: Relativ niedrige Gründungskosten, aber notarielle Beurkundung nötig. Bei Verwendung einer Mustersatzung können die Kosten für den Notar gesenkt werden. Zusätzlich fallen an: Eintrag ins Handelsregister, Veröffentlichung der Eintragung im Elektronischen Bundesanzeiger und die Notarkosten (Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, der Gesellschafterversammlung und der Handelsregisteranmeldung).
Haftung: Keine persönliche Haftung der Gesellschafter.
Kapital: Kann mit einem Mindestkapital von einem Euro gegründet werden. Als Ausgleich für das niedrige Stammkapital muss ein Viertel des Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage fließen, um das Stammkapital nach und nach auf 25.000 Euro zu erhöhen. Die UG kann in eine GmbH umgewandelt werden, wenn ihr Stammkapital mindestens 25.000 Euro beträgt. Die Kreditwürdigkeit einer UG (haftungsbeschränkt) leidet oftmals unter ihrer geringen Bekanntheit und wohl auch vor allem unter ihrer geringen Haftungsmasse.

Fazit: Die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) ist schneller möglich als die einer GmbH, die Kosten dafür sind niedriger. Das hohe Mindestkapital fällt weg, der Vorteil der Haftungsbeschränkung bleibt. Die "Mini-GmbH" wurde erst 2008 vom Gesetzgeber geschaffen. Sie ist für Selbstständige, denen wenig Kapital zur Verfügung steht, interessanter als die GmbH - für Geschäftspartner aber auch weniger vertrauenswürdig.

KG (Kommanditgesellschaft)

Gesetzlich geregelt: In den §§ 161 bis 177a HGB .
Handelsregistereintrag: Zwingend vorgeschrieben. Anmeldepflichtig sind sämtliche Gesellschafter einschließlich der Kommanditisten (siehe "Haftung").
Geschäftsführung: Je nach Gesellschaftsvertrag. Grundsätzlich sind aber nur die Komplementäre (siehe "Haftung") berechtigt. Sie behalten das Entscheidungsrecht.
Firmenname: Die Firma muss um den Rechtsformzusatz KG ergänzt werden ( § 19 HGB). Haftet keine natürliche Person, so muss die Haftungsbeschränkung in der Firma erkennbar sein (z. B. GmbH & Co. KG).
Beispiele: Merlina KG, ASDF KG, ABC Mustermann KG, Mustermann Gesellschaft für EDV-Beratung mbH & Co.KG.
Gründung: Es sind mindestens zwei Gesellschafter nötig: ein Komplementär und ein Kommanditist. Diese können natürliche (z. B. Kaufmann) oder juristische (z. B. GmbH) Personen sein.
Haftung: Der Komplementär haftet uneingeschränkt mit seinem gesamten geschäftlichen und privaten Vermögen. Der Kommanditist haftet nur in Höhe seiner Stammeinlage. Wenn der einzige persönlich haftende Gesellschafter (also der Komplementär) eine GmbH ist, dann entsteht die Mischform GmbH & Co. KG. Damit wird die Haftung des eigentlich unbeschränkt haftenden Komplementärs im Endeffekt doch beschränkt.
Kapital: Kein Mindestkapital. Genießt höheres Ansehen bei Kreditinstituten, wenn die Haftung des Komplementärs nicht beschränkt ist.

Fazit: Die KG kommt für IT-Selbstständige selten in Frage. Sie ist geeignet für Unternehmer mit hohem (Fremd-) Kapitalbedarf. Salopp gesagt: Das Geld bringt der Kommanditist, die Geschicke des Unternehmens lenkt der Komplementär. Meist tritt die KG ohnehin als Mischform mit der GmbH oder der OHG auf.

AG (Aktiengesellschaft)

Gesetzlich geregelt: Im AktG .
Handelsregistereintrag: Zwingend vorgeschrieben. Die AG ist von allen Gründern, Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsratsmitgliedern zur Eintragung anzumelden.
Geschäftsführung: Ein vertraglich bestellter Vorstand, der kein AG-Aktionär sein muss. Der Vorstand wird kontrolliert durch den Aufsichtsrat. Wer auch nur eine Aktie hält, ist Gesellschafter bzw. Aktionär.
Firmenname: Die Firma muss um den Rechtsformzusatz AG ergänzt werden ( § 4 AktG).
Beispiele: Merlina AG, ASDF AG, ABC Mustermann AG.
Gründung: Notarielle Beurkundung nötig. Neben einem Vorstand muss ein Aufsichtsrat mit mindestens drei Mitgliedern vorhanden sein.
Haftung: Die AG haftet nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen.
Kapital: Mindest-Grundkapital 50.000 Euro ( § 6 AktG). Das Grundkapital ist in Aktien zerlegt. Die Rechtsform AG ist typisch für Unternehmen mit einem großen Kapitalbedarf.

Fazit: Zur Gründung einer AG sind relativ viele Personen nötig: Ein Vorstand mit Vorsitzendem, ein Aufsichtsrat mit Vorsitzendem und möglichst noch zusätzliche Aktionäre. Sie genießt dafür ein hohes Ansehen. Firmenanteile (Aktien) können leicht verkauft werden und sogar zum Handel an der Börse freigegeben werden. In den meisten Fällen kommt eine AG für selbstständige "Einzelkämpfer" daher nicht in Frage.

Übrigens: Eine Ich-AG ist keine AG im rechtlichen Sinne, sondern ein Einzelunternehmen, das von einer zuvor arbeitslosen Person gegründet wurde. Die Ich-AG wurde im Jahr 2003 ins Leben gerufen, hieß auch "Existenzgründungszuschuss" und wurde 2006 wieder abgeschafft. Sie wurde durch den Gründungszuschuss ersetzt, mit dem die Bundesagentur für Arbeit seitdem Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit fördert.

Hinweis:
Dieser Artikel wurde von GULP sorgfältig recherchiert, GULP übernimmt aber keine Haftung für den Inhalt, insbesondere im Hinblick auf Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen. Das Geltendmachen von Ansprüchen jeglicher Art ist ausgeschlossen.

Weitere interessante Artikel:

Exklusiv für GULP Profilinhaber