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Wann lohnt sich ein Steuerberater für Freelancer?
Was macht ein Steuerberater für Freiberufler und andere Selbstständige?
Die Hauptaufgabe von Steuerberatern ist die Beratung ihrer Kunden zu deren Steuerpflichten und zur Steueroptimierung. Sie sind Anlaufstelle für alle Fragen zu Steuern, Rechnungen und Buchhaltung, die sich im laufenden Geschäftsalltag ergeben. Wie ist eine bestimmte Ausgabe zu buchen? Welcher Hinweis zur Umsatzsteuer muss auf die Rechnung? Ein Steuerberater kann Freiberuflern solche Fragen schnell und sachkundig beantworten. Darüber hinaus nimmt er weitere Aufgaben wahr:
Beratung vor der Gründung
Schon vor der Gründung unterstützen Steuerberater Freelancer bei der Frage, ob ihre Selbstständigkeit einen freien Beruf oder ein Gewerbe darstellt, welche Rechtsform sich für sie eignet und wie sie die Steuerlast optimieren können. Sie helfen beim Erstellen von Businessplänen – einschließlich Finanz- und Liquiditätsplanung – und kennen einschlägige Förderprogramme für Existenzgründer.
Steuererklärungen
Steuerberater erstellen und übermitteln je nach Wunsch alle oder einen Teil der individuell benötigten Steuererklärungen wie Einkommensteuererklärung, Körperschaftsteuererklärung, Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung, außerdem Umsatzsteuer-Voranmeldungen und zusammenfassende Meldungen. Sie erstellen den Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung oder Bilanz samt den vorgeschriebenen Berichten. Für Steuererklärungen, die mithilfe des Steuerberaters erstellt werden, gelten deutlich längere Abgabefristen als bei eigenhändiger Erstellung: Die Abgabefrist verlängert sich vom letzten Julitag des Folgejahres auf den letzten Tag des Februars im übernächsten Jahr.
Prüfung der Steuerbescheide
Steuerberater prüfen die Steuerbescheide des Finanzamts. Gibt es Unstimmigkeiten oder Fehler, legen sie Einspruch ein.
Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung
Auf Wunsch übernehmen Steuerberater für Selbstständige und Unternehmen die laufende Buchhaltung. Hierfür erhält der Steuerberater vom Selbstständigen Daten und Belege zu den einzelnen Transaktionen und übernimmt dann die Buchung. Des Weiteren erledigen sie oft die Lohn- und Gehaltsabrechnung für die Arbeitnehmer ihrer Mandanten.
Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) und Controlling
Ein typischer Auftrag für Steuerbüros ist die Erstellung von betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Darin analysiert der Steuerberater die laufenden Geschäftsvorgänge und filtert daraus wichtige Kennzahlen der Finanzbuchhaltung zu Kosten und Erträgen heraus. BWA sind von großer Bedeutung für die Lagebeurteilung und den weiteren geschäftlichen Kurs. Sie können auch Bestandteil von Einkommensnachweisen für Selbstständige sein. Daneben legen Kreditgeber und Banken oft Wert auf Einblick in diese Auswertungen.
Steuerbüros übernehmen auf Wunsch auch das Controlling, indem sie beispielsweise die tatsächlichen Zahlen mit der finanziellen Planung abgleichen und Handlungsempfehlungen aussprechen.
Steuerprüfungen
Steuerberater unterstützen und begleiten ihre Mandanten bei Betriebs- und Steuerprüfungen und vertreten sie gegenüber den Finanzbehörden.
Steuerberater: Vorteile und Gegenargumente
Ein Steuerberater verursacht zwar Kosten, spart Freelancern jedoch viel Zeit, zeigt neue Perspektiven auf und bietet Rechtssicherheit. Eine gute Zusammenarbeit hilft, Fehler in Steuererklärungen und der Buchhaltung zu vermeiden. Absolute Sicherheit besteht jedoch nicht, da Finanzämter Bestandteile von Steuererklärungen trotz Beratung ablehnen können. Sicher ist jedoch, dass Sie Ihre Steuerberatungskosten als Betriebsausgaben geltend machen können.
Ein weiteres Ziel der Steuerberatung ist die Steueroptimierung. Viele Selbstständige lassen hier wertvolle Chancen liegen, weil das Steuerrecht sehr komplex ist. Das betrifft zum Beispiel Steuervorteile wie den Investitionsabzugsbetrag oder Sonderabschreibungen. Auch ein Wechsel der Rechtsform kann sinnvoll sein, um das Wachstum zu fördern oder neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Ein guter Steuerberater erkennt diese Möglichkeiten rechtzeitig und unterstützt aktiv bei der Umsetzung.
Die zentrale Frage ist: Bei welchen Aufgaben und in welchen Phasen rechtfertigt der Preis des Steuerberaters den Aufwand, und wann ist es sinnvoller, wenn Sie sich selbst darum kümmern? Treffen Sie zur Beantwortung folgende Abwägungen:
- Kosten vs. Zeitersparnis
Die Kosten sind selbstverständlich ein entscheidender Faktor. Dem gegenüber steht der Zeitgewinn, den eine Steuerkanzlei bieten kann. - Komplexität des Geschäftsmodells
Wesentliche Faktoren bei der Entscheidung pro oder contra Steuerberater sind das individuelle Geschäftsmodell und das spezifische Tätigkeitsfeld. Ist Ihr Geschäftsfeld besonders komplex und erfordert häufige steuerliche Klärungen? Oder handelt es sich um eher typische Geschäftsvorgänge, die sich klar und unkompliziert einordnen lassen? - Leistungsspektrum der Kanzlei
Der Steuerberater sollte gut zu den Bedürfnissen des Freiberuflers passen. Er sollte Erfahrung mit Selbstständigen in freien Berufen haben und deren spezifische Herausforderungen verstehen. Ein gutes persönliches Verhältnis ist ebenfalls wichtig, da Steuerberater Vertrauenspersonen sind. - Persönliche Vorkenntnisse und Sicherheitsbedürfnis
Ein weiterer Aspekt ist die Frage, wie viel an Steuerwissen man als Selbstständiger mitbringt und wie wichtig es einem ist, die Verantwortung für Steuerbelange in Expertenhänden zu wissen.
Steuerberater für Freiberufler – ab wann lohnt sich das?
Entscheidend ist, bei welchen konkreten Aufgaben der Steuerberater dem jeweiligen Unternehmen Vorteile bringt und welche Tätigkeiten Selbstständige selbst übernehmen können.
Bewerten Sie auch hier für sich folgende Aspekte:
- Die laufenden Buchungen können Einzelselbstständige mit einer Buchhaltungssoftware in aller Regel selbst erledigen. Das dafür nötige Grundlagenwissen brauchen Selbstständige ohnehin. Dagegen lohnt sich möglicherweise der Steuerberater für Freiberufler trotz der Kosten, wenn sein prüfendes Auge einen korrekten Jahresabschluss und optimale Steuererklärungen gewährleistet.
- Besonders sinnvoll ist es, in der Gründungsphase mit einem erfahrenen Steuerberater das Freelancer-Szenario ausführlich durchzusprechen. Steuerberater kennen die Unternehmenswelt sehr genau. Deshalb können sie nicht nur Tipps zur steuerlichen Optimierung geben. Sie wissen aus Erfahrung auch, welche Geschäftsmodelle funktionieren, wo man Kunden gewinnt und welche Stolperfallen für Einzelselbstständige besonders gefährlich sind.
- Ein kompetenter Steuerberater für Freiberufler und Gewerbetreibende ist ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, in ein neues Geschäftsfeld einzusteigen, Geschäftspartner im Ausland zu gewinnen, schnell zu wachsen, größere Finanzierungen zu tätigen oder Personal einzustellen.
- Letztlich ist es eine individuelle Frage, inwieweit man sich als Freiberufler auf einen Steuerberater stützt und inwieweit man sich selbst um Steuerfragen und Buchhaltung kümmert. Dabei kann man auf entsprechende Buchhaltungs- und Steuersoftware sowie Fachinformationen zurückgreifen.
Fazit: Steuern und Finanzen sind ein Pflichtthema
Steuern und Finanzen sind für alle Selbstständigen und bei jeder Selbstständigkeit eine Pflichtaufgabe. Man sollte sie nicht vollständig delegieren. Wer sich ausschließlich auf den Steuerberater verlässt, riskiert, den Blick für geschäftliche Chancen und finanzielle Gefahren zu verlieren. Echter unternehmerischer Erfolg basiert nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf einem klaren Verständnis der eigenen Zahlen – von der Steuerplanung bis hin zu Einsparpotenzialen. Ein Steuerberater ist dabei immer dann ein wertvoller Partner, wenn er komplexe Hürden effizient aus dem Weg räumt und einen echten, individuellen Mehrwert für die aktuelle Phase Ihres Unternehmens bietet.
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel dient lediglich einer ersten Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einen Steuerberater.