Freiberufliche Nebentätigkeit bei Festanstellung

Hauptberuflich angestellt, nebenberuflich Freelancer: Diese Kombination ist das ideale Modell für alle, die von der Flexibilität als Freiberufler profitieren möchten, ohne auf die Sicherheit eines festen Einkommens zu verzichten. Nebenberuflich freiberuflich tätig zu sein, ist eine großartige Möglichkeit: Man kann risikolos eine Selbstständigkeit starten, vielleicht sein Hobby zum Beruf machen und generiert dabei auch noch ein attraktives Zusatzeinkommen.

Auch wer mit dem Gedanken spielt, sich langfristig hauptberuflich selbstständig zu machen, findet als Freelancer nebenberuflich zunächst den perfekten Einstieg. So lässt sich das Geschäftsmodell risikoarm ausprobieren.

Der Schritt in eine freiberufliche Nebentätigkeit verläuft in der Regel schnell und unkompliziert – solange ein paar Regeln und Formalitäten beachtet werden.

Die gute Nachricht vorweg: Eine Anmeldung der Freiberufler-Nebentätigkeit ist vergleichsweise einfach und unbürokratisch. Für freiberufliche Freelancer ist noch nicht einmal ein Gewerbeschein oder ein Eintrag ins Handelsregister erforderlich. Wenn Sie die fachlichen Kenntnisse und Voraussetzungen für die Ausübung Ihrer freiberuflichen Tätigkeit mitbringen und Ihren Arbeitgeber informiert haben, können Sie loslegen. Nur für bestimmte freiberufliche Tätigkeiten, etwa als Architekt, Arzt oder Rechtsanwalt, benötigen Sie eine Zulassung bzw. Eintragung.

Weiterführende Informationen

Mit diesen Schritten gelingt der Start in die Selbstständigkeit.

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Arbeitgeber über freiberufliche Nebentätigkeit informieren

Eine ausdrückliche Genehmigung Ihres Arbeitgebers benötigen Sie nur, wenn dies im Arbeits- oder Tarifvertrag explizit vereinbart wurde oder Ihre Selbstständigkeit das Geschäft Ihres Arbeitgebers beeinträchtigen kann. Grundsätzlich ist eine selbstständige Nebentätigkeit erlaubnisfrei, solange keine Wettbewerbssituation entsteht und die Arbeitskraft nicht leidet.

Oft befindet sich in Arbeitsverträgen eine sogenannte Nebentätigkeitsklausel. Sie besagt, dass Sie Ihren Arbeitgeber vorab darüber in Kenntnis setzen müssen, wenn Sie neben Ihrem Hauptjob einer anderen Tätigkeit nachgehen möchten. Sollte diese Tätigkeit in Konflikt mit Ihrem Anstellungsverhältnis stehen – etwa weil Sie für ein Konkurrenzunternehmen arbeiten möchten oder die Rahmenbedingungen nicht miteinander vereinbar sind – kann Ihr Arbeitgeber sich gegen die Nebentätigkeit aussprechen. Als Freelancer haben Sie jedoch den Vorteil, dass Sie Inhalt und Arbeitszeiten Ihrer Nebentätigkeit flexibel an Ihren Hauptjob anpassen können, sodass Ihr Vorgesetzter in der Regel keine Einwände vorbringen kann.

Freiberuflichkeit anmelden: Finanzamt

Füllen Sie auf der Steuerplattform ELSTER rechtzeitig den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Einzelunternehmen“ aus. Er sollte spätestens einen Monat nach der Aufnahme Ihrer Tätigkeit beim Finanzamt sein. Sobald der Fragebogen dort digital eingegangen und bearbeitet ist, erhalten Sie automatisch eine Steuernummer für Ihre freiberufliche Nebentätigkeit, die Sie dann ab sofort auf Ihren Rechnungen angeben.

Versteuerung der Einkünfte

Wer Einkünfte als nebenberuflicher Freiberufler erwirtschaftet, muss diese versteuern. Dies sollten Sie von Anfang an im Blick behalten. Denn anders als bei der Lohnsteuer, wird die Einkommensteuer auf ihre selbstständigen Einkünfte nicht automatisch von Ihrem Honorar abgezogen. Sie wird vielmehr vom Finanzamt festgesetzt, wenn Sie nach Ablauf des Kalenderjahrs eine Einkommensteuererklärung abgeben. Dazu sind Sie als Selbstständiger verpflichtet. Zur Sicherheit sollten Sie einen ausreichenden Anteil der Einnahmen aus der freiberuflichen Nebentätigkeit zur Seite zu legen. So erleben Sie nach der nächsten Steuererklärung keine böse Überraschung.

Vorauszahlungen an das Finanzamt

Üben Sie Ihre Nebentätigkeit als Freelancer über einen längeren Zeitraum aus, wird eine regelmäßige Steuervorauszahlung fällig. Diese wird vom Finanzamt zusammen mit der Einkommensteuer festgelegt und bemisst sich an deren Höhe. Mit der der folgenden Steuererklärung werden die Vorauszahlung mit der tatsächlichen Steuerlast abgeglichen. War die Vorauszahlung zu hoch, erhalten Sie vom Finanzamt eine Rückzahlung, war sie zu niedrig, müssen Sie Steuern nachzahlen.

Umsatsteuerpflicht

Sofern Sie nicht die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, sind Sie zudem umsatzsteuerpflichtig. Sie müssen auf Ihren Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen, außer wenn Sie umsatzsteuerfreie Leistungen wie etwa Heilbehandlungen erbringen.

Krankenkasse informieren

Ihre Krankenkasse oder -versicherung sollten Sie in jedem Fall über Ihre freiberufliche Nebentätigkeit in Kenntnis setzen. In bestimmten Fällen kann dies Auswirkungen auf Ihren Tarif haben. Solange Ihr Angestelltenverhältnis Ihre Hauptbeschäftigung bleibt und es sich bei Ihrer Arbeit als Freelancer aus Sicht der Krankenkasse um eine nebenberufliche Tätigkeit handelt, fallen in der Regel jedoch keine zusätzlichen Beitragskosten in der gesetzlichen Krankenversicherung für Sie an. Entscheidend für die Frage von Haupt- und Nebentätigkeit sind aus Sicht der Krankenkasse zwei Gesichtspunkte: die Einkünfte aus beiden beruflichen Tätigkeiten und die jeweilige Arbeitszeit. Solange die Beschäftigung in beiderlei Hinsichten überwiegt, ist sie hauptberuflich. Bei privat Krankenversicherten hat die Nebentätigkeit ohnehin keinen Einfluss auf den Beitrag, da dieser einkommensunabhängig ist.

Auswirkungen auf die Krankenkasse

Ob Sie hauptberuflich oder nebenberuflich selbstständig sind, hat Konsequenzen für die Krankenversicherung (GKV). Erhalten Sie hier tiefergehende Informationen zu diesem Thema.

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Versicherungen abschließen

Auch wenn die nebenberufliche Selbstständigkeit oft als risikoarm empfunden wird, ist es dringend ratsam, berufsbezogene Versicherungen abzuschließen. Eine Berufshaftpflichtversicherung empfiehlt sich als Absicherung gegen Schadensersatzansprüche. Diese entstehen durch Fehler in der Beratung, der Leistungserbringung oder durch Fristversäumnisse. Selbst kleine Fehler können zu hohen Schäden führen. Diese Versicherung schützt nicht nur Ihre Finanzen, sondern verleiht Ihnen auch die nötige Sicherheit, um sich voll auf Ihre Projekte zu konzentrieren.

Marketing und Kundenakquise 

Sind die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen, können Sie sich auf die Suche nach Aufträgenmachen. Damit potentielle Kunden auf Sie aufmerksam werden, sollten Sie sich zunächst um den Aufbau einer professionellen Onlinepräsenz mit einem Freelancer-Profil kümmern.

Auch Freelancer-Plattformen, Online-Portale und Ihre Social-Media-Kanäle können Sie nutzen, um Kunden anzusprechen und Ihr Freelancer-Netzwerk zu erweitern.

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Tipps für Ihre Work-Life-Balance als nebenberuflicher Freelancer

Ihre Karriere als nebenberuflicher Freiberufler beginnt. Damit Ihr zweites Standbein nicht zur Belastung wird, sollten Sie von Anfang an darauf achten, sich mit Ihrem Arbeitspensum nicht zu übernehmen.

Lohnt sich eine freiberufliche Nebentätigkeit?

Ist die Freiberufler-Nebentätigkeit einmal erfolgreich angelaufen, stellt sich für viele Freelancer irgendwann die Frage, in welchem Umfang sich ihr Zusatzverdienst für sie lohnt.

Finanziell und steuerlich

Für nebenberufliche Freiberufler existiert zwar keine Einkommensgrenze. Allerdings steigt mit der Höhe des Einkommens der Steuersatz. Zudem werden Ihr freiberuflicher Nebenverdienst und das monatliche Gehalt aus Ihrer Angestelltentätigkeit in der Steuererklärung zusammengenommen als Ihr Jahreseinkommen versteuert. Das kann dazu führen, dass die auf Ihr Monatsgehalt gezahlte Lohnsteuer nicht mehr Ihrem tatsächlichen Steuersatz entspricht, sodass auch hier Nachzahlungen anfallen.

Ob und bei welchem Umsatz eine freiberufliche Nebentätigkeit aus steuerlicher Sicht sinnvoll ist, hängt von Faktoren wie Gehalt, Einkommen und Steuerklasse ab und kann daher nur im Einzelfall entschieden werden. Gerade wenn Sie längerfristig neben dem Beruf als Freelancer tätig sein wollen, kann es sich daher für Sie lohnen, die Unterstützung eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Sozialversicherung. Wenn Sie mit der freiberuflichen Nebentätigkeit deutlich mehr verdienen als im vermeintlichen Hauptberuf als Angestellter, zählen Sie für die Krankenkasse in der Regel als Selbstständiger. Dann fallen Sie in den meisten Fällen aus der gesetzlichen Pflichtversicherung heraus und müssen sich selbst um Ihre Krankenversicherung kümmern. Selbst bei freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung müssen Sie mit höheren Beiträgen rechnen.

Selbstverwirklichung und Entscheidungsfreiheit

Im Gegensatz zum Hauptjob wählen Sie bei der Nebentätigkeit als Freelancer die Projekte, bestimmen das Tempo und können Ihre Ideen ohne lange Hierarchien direkt umsetzen. Dies führt zu einer spürbar höheren Motivation und Sinnhaftigkeit bei der Arbeit. Außerdem können Sie durch die Nebentätigkeit neue Fähigkeiten aufbauen und wertvolles unternehmerisches Wissen sammeln. Sie gewinnen autonome Gestaltungsmöglichkeiten, die zu einem Gefühl von persönlicher Wirksamkeit führen, das im Angestelltenverhältnis manchmal fehlt.

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel dient lediglich einer ersten Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Steuerberatung.